Letztens sprach ich ja über die Kölner Verkehrsbetriebe. Das war und ist ja das Tolle: Wenn ohnehin nur wenige Bahnen und Busse fahren, oder auch manches Mal gar keine, du ohnehin aufs Fahrrad umsteigen musst. Vielleicht hast du dich aber auch mittlerweile um eine Mitfahrgemeinschaft in einem Auto bemüht. (Was ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei ist. Weil, schau, da hieß es ja neulich in den Medien: NRW bleibt Deutschlands Stauland Nummer eins – und Köln sticht heraus. 2024 standen Autofahrer hier Tausende Stunden im Stau, vor allem auf dem Kölner Ring.) Egal, du kriegst jedenfalls gar nicht mit, wenn die Verkehrsbetriebe streiken – entweder weil du längst aufs Auto umgestiegen bist oder du eh daran gewöhnt bist, lange oder sogar umsonst an einer Haltestelle zu warten.
Wo Köln ja auch so was von am Start ist. Schau, so las es sich kürzlich in den Medien: Ein schneller "Coffee to Go" im Pappbecher oder die Pommes Rot-Weiß in der Pappschale - das könnte demnächst mehr kosten. Denn in Köln hat der Rat entschieden, dass die Verpackungssteuer kommt. Dadurch soll unter anderem die Vermüllung der Stadt gebremst werden. Nach Angaben der Abfallwirtschaftsbetriebe werden jeden Tag in Köln 180.000 Einwegbecher benutzt und weggeworfen. Gastronomiebetriebe wie Dönerbuden, Fast Food-Ketten, aber auch Cafés müssen deshalb demnächst mehr Geld an die Stadt zahlen, wenn sie Essen und Getränke zum Mitnehmen in Einwegverpackungen an ihre Gäste verkaufen. Laut Antrag könnte der Steuerbetrag für Kaffeebecher oder Frittenschalen bei jeweils 50 Cent liegen, bei Einweg-Besteck oder Strohhalmen bei 20 Cent pro Stück. Die Steuer gilt für die Betriebe, könne aber an die Kunden weitergegeben werden, um Kosten zu decken.
Mathias Johnen vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. glaubt nicht an einen positiven Effekt der Verpackungssteuer auf den Müll in der Stadt Köln. Er hält es für plumpe Wegelagerei unter falschem "Umweltlabel". Es gehe nur um Geldmacherei. Und ganz so Unrecht hat er ja nicht, der Mathias. Vorbild für die Verpackungssteuer ist ja die Stadt Tübingen. Dort wurde sie am 1. Januar 2022 eingeführt und vom Bundesverfassungsgericht Ende Januar 2025 für zulässig erklärt. Laut einer Untersuchung der Uni Tübingen habe sich das Gewicht des Mülls zwar nicht reduziert, allerdings bieten mehr Gastronomie-Betriebe Mehrweggeschirr an. Ich seh’ das auch so, lieber Mathias. Wenn die Stadt Köln die Mehreinnahmen aber in ihre maroden Bahnen und Busse steckt, soll’s mir recht sein.
Worüber ich mich ja aber so was von als Bonnerin freue. Genau, dass wir da den Kölnern in nichts nachstehen. So schnell konntest du gar nicht gucken, wie du es in meinem SCHAUFENSTER lesen konntest: Höhere Kosten für Kunden drohen – Der Bonner Stadtrat hat beschlossen, eine kommunale Verpackungssteuer einzuführen. Diese soll auf Speisen und Getränke in Einwegverpackungen erhoben werden. Ziel der Maßnahme ist es, die Menge an Einwegmüll zu reduzieren. Der Beschluss, die Steuer einzuführen, orientiert sich an einem Modell, das in der Stadt Tübingen erfolgreich umgesetzt wurde. Hallo? Hatte ich das nicht so verstanden, dass sich laut Uni Tübingen die Müllmenge gar nicht reduziert hat? Egal, Hauptsache, wir sind vorne dabei. Egal bei was.
Wo wir ja auch immer noch führend sind, und da kann sich die Stadt Herne mal eine ganz dicke Scheibe von abschneiden. Da sieht Herne aber so was von blass aus! (Heißt im Klartext, und da muss man jetzt auch nicht um den heißen Brei herumreden, da kann sich Herne ruhig einmal meine Stadt Bonn zum Vorbild nehmen: genau, die öffentlichen Toiletten. Die Schlagzeile lautete damals: Sanifair eröffnet erste Anlage in einer Innenstadt. Wir haben es vorgemacht, die öffentlichen Toiletten in der Fußgängerzone, in einem ehemaligen Ladenlokal. Klar, was denkst du, Leerstand und so!). Aber jetzt schau dir mal in den Medien Herne an: Nach acht Jahren noch kein Konzept. 2016 erhielt die Stadt Herne erstmals den Auftrag, ein WC-Konzept zu entwickeln, noch immer liegt kein Ergebnis vor. Mehr als acht Jahre nach einem ersten Auftrag an die Stadt zur Entwicklung eines Toilettenkonzepts erhöht die Union nun den Druck. Die CDU-Ratsfraktion hat das Thema auf die Tagesordnung der Ratssitzung gesetzt.
Weil wir gerade dabei sind, wer aber so was von am Start ist, also alle weit hinter sich lässt. Mein Traummann und ich haben uns ja eine Nacht im Bunker gegönnt. Jetzt nicht wegen Putin und so, von wegen schon mal dran gewöhnen. Nein, ich spreche vom neuen, edlen Hotel im Hamburger Hochbunker. Und wo da das Hotel mal alle anderen Hotels so was von blass aussehen lässt: Die belasten beim Check-In deine Kreditkarte, aber nicht nur mit dem vollen Betrag der Übernachtung! Nein, es werden zusätzlich 100 EUR abgebucht, ohne dass dies einem gesagt wird! Das wäre aus Sicherheitsgründen so üblich. Man bekommt die 100 EUR wieder zurückgebucht, aber was soll das?
Und auch die Bar hängt alle ab: Naturally blieb die Bunkerbar für die Frau an der Seite ihres Traummannes nicht unbesucht. Als ich bezahlen möchte (naturally keine Barzahlung!), kommt der Kellner mit dem Maschinchen für meine EC-Karte mit den Worten: „Wenn Sie dabei bitte auch an uns denken.“ Habe ich so noch nie erlebt, dass ein Kellner mich auf sein Trinkgeld anspricht. Auf dem Display las es sich „20%“, darunter „10%“, und weiter unten „anderer Betrag“. Voreinstellung – und jetzt halt dich fest – stand auf 20%. Deshalb ich: „Ich finde das nicht in Ordnung, dass automatisch 20% Trinkgeld abgebucht werden, wenn ich nicht aktiv einen anderen Betrag eingebe.“ Darauf der Kellner: „Wir sind ein amerikanisches Unternehmen und da ist es üblich …“ (für mein Gefühl recht arrogant) Ich: „Junger Mann, aber wir sind ja hier in Deutschland. Ich weiß, dass in den USA der Gast das Gehalt des Kellners quasi mitträgt, da dieser vom geringen Gehalt seines Arbeitgebers nicht leben könnte. Wenn Sie also hier in Hamburg von Ihrem Arbeitgeber auch so kurz gehalten werden wie in den USA, habe ich dafür vollstes Verständnis.“
Amerika, Trump, amerikanische Unternehmen – kannst du nur von lernen, wie man immer ganz vorne am Start ist! Wie man alle anderen aussticht, übertrumpft. Schau doch! Steckt doch schon drin im Wort, ist der Name volles Programm: überTRUMPfen.