Mittwoch, 11. März 2026

Kunterbuntes inklusive anteiliger Umsatzsteuer

Hast du dich das eigentlich auch schon mal gefragt, oder geht es nur mir so? Was ich mich schon öfters gefragt habe, aber erst mal der Reihe nach. Weil letztens habe ich nicht alles in die Tasten geklöppelt, was mir auf dem Herzen lag. Von wegen deine Konzentration. Nicht, dass dir am Ende meine Beiträge zu lang sind. Also Obacht, Nachtrag.

Was ich beim Thema SuB übrigens noch nicht für gelöst halte: Falls es doch mal so sein sollte, dass die Zeit es erübrigt, ein Buch von Selbigem zu lesen. Das Blöde ist ja, dass das oberste Buch des Stapels das Buch ist, das am kürzesten dort liegt. Das unterste Buch ist ja aber genau das Buch, was es am ehesten verdient hätte, den Stapel verlassen zu dürfen! Hast du da eine brauchbare Lösung? Anderes Thema, ich sprach doch von der überaus großen, wenngleich verpassten Chance, die Schulen auf Dauer für immer zu schließen. Du erinnerst dich? Schulfrei wegen Wetter?

Und in dem Zusammenhang wurde mir wieder so was von bewusst, dass ich wirklich alt bin. Weil ich mir immer öfter folgende Frage stelle: Wie haben wir das eigentlich früher gemacht? Ich habe als Schülerin in einem Eifeldorf gewohnt. Jeden Morgen wartete ich auf den Schulbus, der mich nach Mechernich bringen würde. Er kam aus Zingsheim in der Nordeifel, im Winter manchmal leicht verspätet, oftmals mit einer dicken Schneeschicht auf dem Dach. Da wusstest du, wie es in Zingsheim aussah. Hatte es bei uns, vier Kilometer bis Mechernich, moderat geschneit, bekam der ein oder andere in Zingsheim nicht die Haustür auf. Was ich sagen will, worauf es mir ankommt, ist die Feststellung: Der Schulbus kam immer! Jetzt gibt es ja heutzutage die Meinung, dass es richtig ist, wegen Glatteis und hast du nicht gesehen den Unterricht ausfallen zu lassen. Mit der Begründung, im Nachhinein wisse man es immer besser, aber wenn etwas passiert wäre … Meiner Meinung nach ein absolutes Totschlagargument, weil, ja, es wäre bestimmt etwas passiert – das Leben eben. 

Jetzt, wo ich so in die Tastatur am klöppeln bin, wo ich gerade noch meinen letzten Artikel abarbeite, sehe ich mich schreiben, höre ich mich sagen, dass ich ja nicht die Christine Westermann bin. Dass ich mir ja gefälligst nicht anmaßen darf, lauthals Bücher zu kritisieren. Nur weil ich selbst den ein oder anderen Buchstaben in die Tasten haue, heißt das ja noch lange nicht. Ich mache es aber trotzdem. Hier mein Buchtipp für dich: LICHTSPIEL von Daniel Kehlmann.    

So, alles abgearbeitet, jetzt ist der Kopf frei für neue Beklopptheiten meinerseits. Wobei, dachte ich dann, warum soll ich mir im Schweiße meines Angesichts neuen Stoff aus den Rippen leiern, wenn in meinem SCHAUFENSTER schon so viel Verrücktes steht. Neulich las es sich zum Beispiel folgendermaßen: Adenauerallee – Kurzzeiterhebung von 2,5 Monaten reicht nicht aus. ... Das Verwaltungsgericht Köln befand, dass die im Frühjahr 2024 über 2,5 Monate gesammelten Daten für eine endgültige Entscheidung zur neuen Verkehrsführung nicht ausreichen. Eine erneute, längerfristige Datenerhebung im Rahmen des aktuellen zwölfmonatigen Versuchs sei daher gerechtfertigt. Seit September 2025 testet Bonn die aktuelle Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit. Zwischen Koblenzer Tor und Bundeskanzlerplatz gibt es jeweils eine Fahrspur für Kfz und Radverkehr. Im November 2025 wurde die Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, ob auf der Adenauerallee zwei Fahrspuren pro Richtung inklusive rechtlich sicherer Radführung möglich sind. Ich sag ja, ich bin alt. Waren das nicht über Jahrzehnte hinweg zwei Fahrspuren pro Richtung? Ich hätte jetzt Stein und Bein geschworen, dass die früher vierspurig war. Warum nun eine Prüfung? Oder wechselt die Anzahl der Fahrspuren jetzt je nach Partei, die den Bürgermeister stellt?

Wo ich gerade bei meinem SCHAUFENSTER bin. Noch ein feiner kleiner Artikel unter den Lettern „Mehr Geld für die Beethovenhalle“: Für das laufende Jahr werden überplanmäßig investive Mittel in Höhe von rund sechs Millionen Euro inklusive anteiliger Umsatzsteuer (zum Ersten) bereitgestellt. Hintergrund ist, dass frühere Prognosen zu möglichen Minderkosten (da würde mich wirklich mal interessieren, von welchen man da jemals ausgegangen ist) nicht eingetreten sind und im weiteren Bauverlauf zusätzliche, für die Fertigstellung zwingend notwendige Leistungen erbracht werden mussten. Unter anderem haben ergänzende Maßnahmen in den Bereichen Akustik und Bühnentechnik sowie der Aufwand für die archäologische Begleitung den Finanzbedarf erhöht. Bislang lag das Gesamtbudget für das Bauprojekt bei 221 Millionen Euro netto beziehungsweise 224 Millionen Euro inklusive anteiliger Umsatzsteuer (zum Zweiten). Mit der beschlossenen Bereitstellung zusätzlicher Mittel steigt das Gesamtbudget des Projekts auf etwa 230,3 Millionen Euro inklusive anteiliger Umsatzsteuer (und zum Dritten). Was soll ich sagen. 230 Millionen hätte ich ja noch verkraftet, aber 230,3 – geht gar nicht!

Und zum Schluss „Neues an der SB-Kasse“: Ich alles fein eingegeben, alles korrekt Pling gemacht, drücke auf „Zahlen“, da erscheint im Display „Alterskontrolle. Informieren Sie die Kassiererin“. Ich schaue auf meine Waren (2 kg Möhren, 2 Dosen gehackte Tomaten …) und warte gespannt auf die Kassiererin, die ihre Kasse verlassen muss, um mich zu verarzten. Und siehe da, ja, ich hatte auch eine Packung Trüffelpralinen gekauft. Und weil die ja Alkohol enthalten, wollte das Programm sicherstellen, dass ich alt genug bin. Was für ein Wahnsinn! Hätte ich nie dran gedacht, wenn ich dieses Programm hätte programmieren sollen, an Trüffelpralinen. Aber wenn ich dran gedacht hätte, hätte ich unterschieden zwischen Trüffelpralinen mit und ohne Alkohol. (Weil, meine Pralinen waren ohne Alkohol!) Was diese Programme angeht, da ist noch viel Luft nach oben!

Ach ja, mich würde wirklich mal interessieren, wie viele Stunden meines Lebens ich mit dem Ausdrücken von Tuben verbracht habe. Du weißt, was ich meine? Weil, bei mir müssen die auch wirklich vollständig leer sein. Und da kommt ja immer noch was nach. Egal ob Senf, Tomatenmark oder Creme.

Donnerstag, 19. Februar 2026

Nicht Pulitzer, sondern Baumann!

 

Und, weißt du jetzt, was „Shelfies“ sind und was die Christine Westermann mit den Büchern macht, die ihr bergeweise zugeschickt werden? Vergiss es, du hast dir natürlich nicht die Mühe gemacht und den Link in meinem letzten Artikel durchgelesen. Hast du dir wenigstens die beiden Bezeichnungen gemerkt? Okay, nein, also deshalb noch mal exklusiv für dich: SuB und Tsundoku. Ich komm deshalb drauf, weil ich gerade einen Roman tapfer bis zum Ende gelesen habe. Und wenn ich jetzt die Christine Westermann wäre und die Menschen auf mein fachfräuliches Urteil hören würden. Ich sag nur Bücherstapel. Das würde mich so was von interessieren, wie viele Menschen dieses Buch zu Ende gelesen haben und es durchgängig gut fanden. Und wie viele Menschen dieses Buch auf ihrem Tsundoku liegen haben. Diese 619 Seiten (!) mit dem Titel „Die Unbehausten“, hartkartoniert von der Barbara Kingsolver. Ich sag nur mutig, mutig, so viele Seiten.

Aber, wie gesagt, ich bin ja keine Fachfrau in Sachen Buchkritik. Aber gut, Spiegel- Bestsellerautorin und Pulitzer-Preis und hast du nicht gesehen. Ich habe übrigens noch ein Buch von der Barbara bekommen. Und da bin ich mir jetzt nicht sicher, ob sich da die BookTokerinnen mit ihren Followerinnen einen Schabernack erlaubt haben – von wegen Buchempfehlung. Von wegen einfach mal einen Scheiß empfehlen und schauen, wer so blöde ist und drauf reinfällt.

Was aber ja im Hinblick auf die Barbara nicht sein kann, weil immerhin ist die ja Pulitzer- Preisträgerin. Was aber das Praktische ist, das zweite Buch hat sogar 858 Seiten und ist auch hartkartoniert. Praktisch deshalb, weil, schau: Irgendwann ragt der SuB ja so was von in die Höhe, dass du ohne Leiter nicht mehr oben dran kommst. Wie du aber ja weißt, ist meine Stehleiter meistens auf meiner Verkehrsinsel in Gebrauch. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, dass ich die einfach mit einem Schloss an der Ampel ankette, damit ich die nicht immer hin und her schleppen muss. Die Leiter ist jedenfalls keine Option für meinen Bücherstapel. Auch optisch wäre ich damit nicht wirklich zufrieden. Da dachte ich mir, gestalte ich doch einfach eine Leiter aus hartkartonierten Büchern, die im günstigsten Fall recht dick sind. Und da bin jetzt wieder der Barbara so was von dankbar, dass die mir schon mal zwei tolle Exemplare zur Verfügung stellt.

Apropos Pulitzer-Preis. Hallo, ich habe auch einen Preis für meine literarischen Ergüsse bekommen! Ja, ich bin jetzt auch Preisträgerin! Wenn es dich interessiert, also nicht nur, um sich bei mir lieb Kind zu machen. Nicht, dass du aber nachher sagst, ja wenn ich das gewusst hätte, Fahrradkette. Im Moment gehe ich viral so was von durch die Decke. Ich glaub, man sagt das so nicht. Egal, weil anders kann und will ich es nicht formulieren. So was von einem Durchbruch, den ich da erzielt habe! Wie gesagt, wenn du unbedingt willst, ich dränge mich dir nicht auf, schau dir mal den Artikel hier auf Musenblätter an. Du hast natürlich jetzt ein Problem von wegen Neid und so, dein Problem. Das Adjektiv stolz habe ich jetzt noch mal vollkommen neu definieren können.

Ich habe natürlich jetzt auch eine ganz andere Durchschlagskraft, wenn ich auf der Brücke nach Tannenbusch neben den Altpapier-Containern nachts in meinem Zelt campiere. Du erinnerst dich? Nachts mit den lieben Mitmenschen ins Gespräch kommen, die dort neben die Container eine Schrankwand oder einen gigantischen lila Plüsch-Katzenbaum abladen? Jetzt, wo ich so was von bekannt im Internet bin, ist das womöglich ein guter Einstieg, wenn ich die Menschen erst einmal frage, ob sie mit mir ein Selfie machen wollen. Ob sie sich quasi ganz unverbindlich ein wenig in meinem Ruhm suhlen wollen. Mit diesem Opener habe ich garantiert die Sympathien auf meiner Seite.

Wo ich aber ja gerade bei Büchern war. Da wo Bücher sind, ist ja auch manchmal die Bildung nicht weit. Ich komm deshalb drauf, weil kürzlich wieder die Nordbrücke in meinem SCHAUFENSTER Thema war: „Schonfrist für Schulbusse“ hieß es da. Ab Montag, dem 9. Februar, werde die Brücke für alle Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen gesperrt. Eine zeitlich befristete Ausnahme gelte jedoch für Schulbusse. Was ich so was von nicht verstehe. Wir waren doch schon auf so einem guten Weg! Während Corona waren die Schulen entweder geschlossen (und komm mir nicht mit TEAMS und Co.!) oder die Eltern haben selbst entschieden, ob sie den kleinen Peter aus der Schule nehmen, damit er dem Opa auf seinem 80igsten Geburtstag nicht Corona aus der Schule mitbringt. Jetzt gerade im Winter hätte es sich doch so was von angeboten. Entweder Wetter oder Streik der Lehrer oder die Heizung ist im Schulgebäude kaputt. Und überhaupt ist es morgens so dunkel. Ich hab schon damals gesagt, wenn die Schulen für immer geschlossen geblieben wären, es wäre fast keinem aufgefallen. Und jetzt, hallo, die ultimative Chance, endlich ganz auszusteigen aus dem Thema Bildung: Es fahren keine Schulbusse mehr über die Nordbrücke. Super! Die Ursulinenschule in Hersel und das Collegium Josephinum Bonn hätten da federführend sein können. Erst sind die Schulen von der anderen Rheinseite nicht mehr zu erreichen. Dann kommen nur noch die linksrheinischen Schüler. Lohnt sich dafür aber bitteschön Heizung? Natürlich nicht! Und irgendwann kapiert es auch der letzte Streber, wenn er vor der geschlossenen Schule steht.

Natürlich muss man das Thema Bildung für die paar wenigen Schüler, die gerne gelernt haben, langsam ausschleichen. In der Vergangenheit wurde Bildung aber einfach überschätzt. Jetzt wäre doch der Zeitpunkt gewesen, Stellung zu beziehen. Dass Schüler Schulen erreichen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. 

Donnerstag, 22. Januar 2026

Ein Konvolut an Vorsätzen


Mit den Menschen ins Gespräch kommen – auf der Brücke. Nicht auf der Kennedy-Brücke, die ja gerade selbst so was von im Gespräch ist. Letztens ertappte ich mich doch tatsächlich dabei, dass ich den Artikel in meinem SCHAUFENSTER über die Zukunft, sprich das Chaos, das mit der Erneuerung der Brücke einhergehen wird, nicht gelesen habe. Schon seit Jahren höre ich ja von vielen lieben Mitmenschen, dass sie gar keine Nachrichten mehr hören. Da sagt ja aber die mündige Bürgerin, hallo, so geht das nicht, du musst dich informieren, du musst dich gerade den negativen Nachrichten, der aktuellen Weltpolitik stellen. Und, ja, jetzt kriegen sie mich mit den ständigen Nachrichten zum Thema Nordbrücke.

Was ich aber eigentlich sagen will, ich will natürlich mit den Menschen auf der Brücke vom Auerberg nach Tannenbusch ins Gespräch kommen. Mit den Menschen, die neulich wieder für folgenden Anblick verantwortlich waren: Du siehst neue, moderne Altpapier-Container und daneben und davor Lacke und Ölfarben in Dosen, Styropor, einen Stuhl und einen Fernseher. Kurz der Gedanke, es handelt sich um eine Kunstinstallation. Du weißt schon, Kunst als Gesellschaftskritik. War es natürlich nicht. Und da jetzt mein Vorsatz, mir die Zeit zu nehmen und auf der Brücke zu campieren. Ich vermute natürlich, dass die lieben Mitmenschen das mitten in der Nacht dort abstellen. Sodass ich mir da ernsthaft Gedanken werde machen müssen von wegen Zelt und so.

Natürlich, du kennst mich ja, werde ich die Wartezeit bzw. die Zeit zwischen zwei Aufklärungsgesprächen so sinnvoll wie möglich zu nutzen versuchen. Zunächst einmal werde ich mir einige Folgen von „Bares für Rares“ zu Gemüte führen. Was ich da den Experten an den Lippen hänge! Ich sauge förmlich jedes ihrer Worte auf. Abgesehen von den Fachbegriffen wie Voluten, Plinten oder Punzen. Nein, diese Vielzahl von für mich neuen Wörtern, die sie zur Beschreibung eines Gegenstandes verwenden – ein Genuss! Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich ein potthässliches Stück am Ende der Expertise von Colmar Schulte-Goltz oder Wendela Horz nur wegen ihrer blumigen Worte so was von zauberhaft fand!

Und so komme ich zu einem weiteren Vorsatz. Mit meinem nun vergrößerten und vor allem feineren  Wortschatz werde ich dann nachts in meinem Zelt anfangen, wieder Briefe zu schreiben. Ja, du liest richtig. Briefe schreiben so wie früher. Und zwar nicht nur an Familie und Freunde. Nein, ich werde an beliebige Adressaten schreiben. Vor allem aber auch an Lieblingsfeinde. Weil, soll mir nachher keiner sagen: hätte, hätte Fahrradklingel. Das ist ja auch selbiger Grund, warum ich die Menschkasse meiner Lieblingsdiscounter immer wieder ansteuere. Damit die da oben, also die Entscheidungsträger, mitbekommen, dass es ohne die Kasse, an der ein Mensch steht bzw. sitzt, nicht geht.

Wo war ich? Ach ja, auf der Brücke, im Zelt, im Dunkeln, hoffentlich warm genug eingepuckelt. Das muss ich total generalstabsmäßig aufziehen. Dass ich, wenn ich jemanden höre, sofort aus dem Zelt rausspringen kann und auch für ein längeres Gespräch warm genug angezogen bin. Wobei, das habe ich heute noch gesehen, falls ich zu wenig zum Anziehen dabei habe, kein Problem. Auf der Brücke gibt es ja auch einen Container für Altkleider. Was da heute wieder für Kleiderhaufen daneben lagen. Da wird sich notfalls bestimmt für mich etwas finden. Viel wichtiger, dass ich beim Briefeschreiben immer mindestens ein Ohr nach draußen gerichtet habe. Um genügend Adressaten für meine Briefe zu haben, weil es geht ja auch schon um eine gewisse Menge an Briefen, werde ich die Menschen, denen ich nachts beim Entsorgen ihres Mülls begegne, nach ihrer Adresse fragen. Dann schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens wieder ein Brief mehr und zweitens, vielleicht prägt sich ja meine Moralpredigt besser ein, wenn mein Gegenüber sie einmal hört und einmal liest. Ach, was sag ich, ich schreibe auch den Menschen einen Dankesbrief, die ihren Müll akkurat entsorgen.

Ja, und drittens, darum geht es ja bei dieser ganzen Aktion. Ich bin dann raus. Mich trifft keine Schuld. Auch ihr hättet es kommen sehen können. Ihr wart vorgewarnt. Zumindest du, der sich noch für Nachrichten interessiert. Genau, in Dänemark gibt es seit dem neuen Jahr keine öffentlichen Briefkästen mehr. Dänemark ist so was von digitalisiert, keiner hat dort mehr Briefe geschrieben. Also sag später nicht, du hättest es nicht gewusst. Jetzt weißt du es!

Und wenn ich vom Schreiben Lähmungserscheinungen in der Hand habe, noch ein Vorsatz. Licht brauche ich ja eh zum Schreiben. Ich mein, wenn solch ein Turm sich im Rahmen hält, mag es ja noch ganz intellektuell wirken. Und, klar, bedeutet er auch ein stückweit Vorfreude auf viele spannende, bereichernde Stunden. Aber wann und wie schnell kann die Vorfreude in Vorwurf umschlagen. Wichtig auf jeden Fall, dass sich das Leid nicht neben deinem Bett abspielt. Weil, du bist auch nicht mehr die Jüngste und irgendwann zerrst du dir noch was, wenn du versuchst, drüber zu klettern. Was wiederum den Vorteil hätte, dass du, monatelang ans Bett gefesselt, jetzt alle Zeit der Welt hättest. Hatte ich überhaupt schon erwähnt, wozu? Ich sag nur „SuB“ oder meinetwegen auch „Tsundoku“. Wer hätte das gedacht, dass wir Alten mal so was von froh sein müssen, dass es TikTok gibt! Ich mach dir mal Internet: 70,8 Millionen Einträge hat der Hashtag #BookTok auf der Plattform TikTok. 2024 sind laut Branchenverband etwa 25 Millionen Bücher aufgrund von BookTok-Empfehlungen gekauft worden. Weil sogenannte BookTokerinnen anders auf Bücher blicken als das Feuilleton, machen sie sie vor allem bei jungen Leserinnen populär. Ach ja, ich vergaß, „SuB“ steht für „Stapel ungelesener Bücher“. Im Japanischen gibt es für dieses Phänomen sogar ein eigenes Wort. Ich mach dir noch mal Internet: „Tsundoku“ bezeichnet die Situation, dass man Bücher kauft, die man lesen möchte, und sie auf einen Stapel legt. Irgendwie hat man dann aber doch keine Lust oder keine Zeit, die Bücher zu lesen.

Hier der Link zu dem Artikel. Lies ihn dir doch einfach durch – so was von witzig. Da erfährst du auch, was "Shelfies" sind, und was die Christine Westermann mit den Büchern macht, die ihr nicht nur stapelweise, sondern bergeweise zugeschickt werden.