Hast du dich das eigentlich auch schon mal gefragt, oder geht es nur mir so? Was ich mich schon öfters gefragt habe, aber erst mal der Reihe nach. Weil letztens habe ich nicht alles in die Tasten geklöppelt, was mir auf dem Herzen lag. Von wegen deine Konzentration. Nicht, dass dir am Ende meine Beiträge zu lang sind. Also Obacht, Nachtrag.
Was ich beim Thema SuB übrigens noch nicht für gelöst halte: Falls es doch mal so sein sollte, dass die Zeit es erübrigt, ein Buch von Selbigem zu lesen. Das Blöde ist ja, dass das oberste Buch des Stapels das Buch ist, das am kürzesten dort liegt. Das unterste Buch ist ja aber genau das Buch, was es am ehesten verdient hätte, den Stapel verlassen zu dürfen! Hast du da eine brauchbare Lösung? Anderes Thema, ich sprach doch von der überaus großen, wenngleich verpassten Chance, die Schulen auf Dauer für immer zu schließen. Du erinnerst dich? Schulfrei wegen Wetter?
Und in dem Zusammenhang wurde mir wieder so was von bewusst, dass ich wirklich alt bin. Weil ich mir immer öfter folgende Frage stelle: Wie haben wir das eigentlich früher gemacht? Ich habe als Schülerin in einem Eifeldorf gewohnt. Jeden Morgen wartete ich auf den Schulbus, der mich nach Mechernich bringen würde. Er kam aus Zingsheim in der Nordeifel, im Winter manchmal leicht verspätet, oftmals mit einer dicken Schneeschicht auf dem Dach. Da wusstest du, wie es in Zingsheim aussah. Hatte es bei uns, vier Kilometer bis Mechernich, moderat geschneit, bekam der ein oder andere in Zingsheim nicht die Haustür auf. Was ich sagen will, worauf es mir ankommt, ist die Feststellung: Der Schulbus kam immer! Jetzt gibt es ja heutzutage die Meinung, dass es richtig ist, wegen Glatteis und hast du nicht gesehen den Unterricht ausfallen zu lassen. Mit der Begründung, im Nachhinein wisse man es immer besser, aber wenn etwas passiert wäre … Meiner Meinung nach ein absolutes Totschlagargument, weil, ja, es wäre bestimmt etwas passiert – das Leben eben.
Jetzt, wo ich so in die Tastatur am klöppeln bin, wo ich gerade noch meinen letzten Artikel abarbeite, sehe ich mich schreiben, höre ich mich sagen, dass ich ja nicht die Christine Westermann bin. Dass ich mir ja gefälligst nicht anmaßen darf, lauthals Bücher zu kritisieren. Nur weil ich selbst den ein oder anderen Buchstaben in die Tasten haue, heißt das ja noch lange nicht. Ich mache es aber trotzdem. Hier mein Buchtipp für dich: LICHTSPIEL von Daniel Kehlmann.
So, alles abgearbeitet, jetzt ist der Kopf frei für neue Beklopptheiten meinerseits. Wobei, dachte ich dann, warum soll ich mir im Schweiße meines Angesichts neuen Stoff aus den Rippen leiern, wenn in meinem SCHAUFENSTER schon so viel Verrücktes steht. Neulich las es sich zum Beispiel folgendermaßen: Adenauerallee – Kurzzeiterhebung von 2,5 Monaten reicht nicht aus. ... Das Verwaltungsgericht Köln befand, dass die im Frühjahr 2024 über 2,5 Monate gesammelten Daten für eine endgültige Entscheidung zur neuen Verkehrsführung nicht ausreichen. Eine erneute, längerfristige Datenerhebung im Rahmen des aktuellen zwölfmonatigen Versuchs sei daher gerechtfertigt. Seit September 2025 testet Bonn die aktuelle Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit. Zwischen Koblenzer Tor und Bundeskanzlerplatz gibt es jeweils eine Fahrspur für Kfz und Radverkehr. Im November 2025 wurde die Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, ob auf der Adenauerallee zwei Fahrspuren pro Richtung inklusive rechtlich sicherer Radführung möglich sind. Ich sag ja, ich bin alt. Waren das nicht über Jahrzehnte hinweg zwei Fahrspuren pro Richtung? Ich hätte jetzt Stein und Bein geschworen, dass die früher vierspurig war. Warum nun eine Prüfung? Oder wechselt die Anzahl der Fahrspuren jetzt je nach Partei, die den Bürgermeister stellt?
Wo ich gerade bei meinem SCHAUFENSTER bin. Noch ein feiner kleiner Artikel unter den Lettern „Mehr Geld für die Beethovenhalle“: Für das laufende Jahr werden überplanmäßig investive Mittel in Höhe von rund sechs Millionen Euro inklusive anteiliger Umsatzsteuer (zum Ersten) bereitgestellt. Hintergrund ist, dass frühere Prognosen zu möglichen Minderkosten (da würde mich wirklich mal interessieren, von welchen man da jemals ausgegangen ist) nicht eingetreten sind und im weiteren Bauverlauf zusätzliche, für die Fertigstellung zwingend notwendige Leistungen erbracht werden mussten. Unter anderem haben ergänzende Maßnahmen in den Bereichen Akustik und Bühnentechnik sowie der Aufwand für die archäologische Begleitung den Finanzbedarf erhöht. Bislang lag das Gesamtbudget für das Bauprojekt bei 221 Millionen Euro netto beziehungsweise 224 Millionen Euro inklusive anteiliger Umsatzsteuer (zum Zweiten). Mit der beschlossenen Bereitstellung zusätzlicher Mittel steigt das Gesamtbudget des Projekts auf etwa 230,3 Millionen Euro inklusive anteiliger Umsatzsteuer (und zum Dritten). Was soll ich sagen. 230 Millionen hätte ich ja noch verkraftet, aber 230,3 – geht gar nicht!
Und zum Schluss „Neues an der SB-Kasse“: Ich alles fein eingegeben, alles korrekt Pling gemacht, drücke auf „Zahlen“, da erscheint im Display „Alterskontrolle. Informieren Sie die Kassiererin“. Ich schaue auf meine Waren (2 kg Möhren, 2 Dosen gehackte Tomaten …) und warte gespannt auf die Kassiererin, die ihre Kasse verlassen muss, um mich zu verarzten. Und siehe da, ja, ich hatte auch eine Packung Trüffelpralinen gekauft. Und weil die ja Alkohol enthalten, wollte das Programm sicherstellen, dass ich alt genug bin. Was für ein Wahnsinn! Hätte ich nie dran gedacht, wenn ich dieses Programm hätte programmieren sollen, an Trüffelpralinen. Aber wenn ich dran gedacht hätte, hätte ich unterschieden zwischen Trüffelpralinen mit und ohne Alkohol. (Weil, meine Pralinen waren ohne Alkohol!) Was diese Programme angeht, da ist noch viel Luft nach oben!
Ach ja, mich würde wirklich mal interessieren, wie viele Stunden meines Lebens ich mit dem Ausdrücken von Tuben verbracht habe. Du weißt, was ich meine? Weil, bei mir müssen die auch wirklich vollständig leer sein. Und da kommt ja immer noch was nach. Egal ob Senf, Tomatenmark oder Creme.
