et, alles Einzelfälle. Doch Alan Bates glaubt seinem Arbeitgeber nicht. Toby Jones spielt die Hauptrolle in dieser schockierenden und WAHREN David-gegen-Goliath-Miniserie, die über eins der größten Justizirrtümer in der britischen Rechtsgeschichte erzählt. Ich sag dir, der Hammer in Dosen!! Beeil dich, ich weiß nicht, wie lange das noch in der ARTE-Mediathek ist. Zweiter Tipp für dich bei Netflix „Anne with an E“. Da brauchst du allerdings einen etwas längeren Atem. Worüber du dich freuen wirst. Alleine schon das Intro!
So, was steht an? Genau, noch eine Begebenheit auf einer unserer mehrtägigen Radtouren. Ich plötzlich ein Pfffffft – also nicht ich, sondern ein Reifen. Mittags, heiß wie Sau. Es kam alles zusammen: Anderes Rädchen, deshalb keine Luftpumpe dabei. Wir erst einmal bis zu einem Campingplatz am See geschoben. Viele Menschen, viele Helfer. Ein Loch im Schlauch, der Mantel lässt sich nicht abziehen, zig Mantelheber zerbersten, mein Schatz so was von durch. Und dann noch jemand, der seine Hilfe anbietet: Ein Radfahrerpaar kommt neben uns zu stehen und er fragt, ob er helfen könne. Und weil schon so viel vergeblich geholfen wurde, winkt mein Traummann mit „Nein, danke“ ab. „Kein Problem, wir wollen sowieso hier am See Rast machen. Wenn es doch etwas zu helfen gibt, wir sitzen da vorne“ die Antwort. Und, es war mit Ansage, schon nach ein paar Minuten mein Mann „Ich glaube, ich benötige doch Ihre Hilfe“. Und ab dann ging es nur noch bergauf: helfend, unterstützend, ohne dir das Gefühl zu geben, dass du nichts weißt und er alles. Er habe als Rennradfahrer schon viele Male vor dieser Aufgabe gestanden, er freue sich, helfen zu können.
Was für ein Glück, was für eine Hilfe. Danach hatten wir noch das große Glück, uns mit einem Kaltgetränk im Restaurant des Campingplatzes bedanken zu dürfen. So ein netter alter, weißer Mann – wie mein Schatz ja übrigens auch! Es wurde über die letzten Fahrradurlaube geplaudert, über Pannen und interessante Erlebnisse. Und da sagt jetzt mein Göttergatte, das Folgende dürfe ich so nicht schreiben. Was ich nicht verstehe und es deshalb tue.
Unsere Hilfsbekanntschaft erzählte von dem Ort Zell am See und einem höherpreisigen Hotel, in dem offensichtlich viele arabische Gäste absteigen. Dort habe man, also die arabischen Touristen, auf den Hotelgängen gegrillt, so dass mehrere Male die Feuerwehr anrücken musste. Und die arabischen Männer hätten, auf dem Boden sitzend, den vorbeigehenden europäischen Frauen ostentativ unter den Rock geguckt. Und nebenbei, neulich erzählte mir die Mutter einer Tochter, die in Zell am See wohnt, dass dort auf einem öffentlichen Parkplatz arabische Touristen in einer Parklücke ein Tier geschächtet hätten. Was ich mich da jetzt frage: Wissen die nicht, dass so etwas hier verboten ist oder interessiert die das nicht? Mein Göttergatte sagt auch hier, das könne und dürfe ich so nicht schreiben, weil ich das ja nicht selbst erlebt hätte. Kann und darf man drüber streiten. Weil, wenn jeder nur darüber schreiben dürfte, was er selbst mit eigenen Augen gesehen hat, gäbe es nicht sehr viel zu berichten. Ich habe mir das aber zu Herzen genommen, und deshalb jetzt eine Begebenheit, die ich erlebt habe. Wo mein Mann jetzt aber auch wieder sagt, dass dürfe ich so auch nicht schreiben. Aber aus einem anderen Grund.
Neulich, ein Sonntag gegen Mittag, ich radele auf der Adenauerallee von der Bundeskunsthalle kommend Richtung Zentrum. Es ist heiß, kaum, eigentlich kein Verkehr, grüne Welle. Aber irgendwann wird vor mir eine Ampel dann doch rot und ich halte – widerwillig, weil so was von heiß. Aber ich halte! Von rechts aus einer Sackgasse kommend will ein PKW links auf die Adenauerallee abbiegen. Der PKW, offenes Verdeck, am Steuer ein alter, weißer Mann, neben ihm eine Frau, wartet auf Grün, um nach links abzubiegen. Es ist heiß, ich schwitze und warte. Hatte ich erwähnt, dass ich warte? Der Fahrer bekommt grün, fährt an, fährt die Kurve aber nicht im rechten Winkel aus, sondern in einem extrem spitzen Winkel. Sodass ich quasi ihm hätte ausweichen müssen, hätte ich ohne Rücksicht auf meine immer noch rote Ampel sofort losfahren wollen. Hast du das verstanden, oder mach ich dir Zeichnung? Ich vergaß, dir zu sagen, dass ich immer noch an meiner roten Ampel stehe. Während ich also immer noch an der Ampel warte, brüllt der alte, weiße Mann: “Es ist rot, auch für dich, du Fotze!“ Hatte ich erwähnt, dass ich wartete und neben dem Mann eine Frau saß? Was selbstredend nicht heißen soll, dass der alte, weiße Mann mich hätte Fotze nennen dürfen, wenn ich bei Rot über die Ampel gefahren wäre. Gibt es ein schlimmeres beleidigendes Wort für eine Frau als Fotze, habe ich die KI gefragt. Hier ihre Antwort: Das Wort „Fotze“ gilt im deutschen Sprachgebrauch als eine der extremsten und verletzendsten Beleidigungen für eine Frau. Es ist eine starke sexualisierte Abwertung, die eine Frau auf ihr Geschlecht reduziert. Ob ein Wort als „schlimmer“ empfunden wird, ist subjektiv und hängt vom Kontext ab. Auf einer ähnlich drastischen Stufe der Herabwürdigung stehen in der Regel Kombinationen und Steigerungen wie zum Beispiel „Drecksfotze“.
Ja, genau dieses Wort ist es, das der alte, weiße Mann gewählt hat. Und das mit einer großen Selbstverständlichkeit. Meine Gedanken dazu: Was für eine Frau saß da neben ihm? Soll ich sie bemitleiden, dass sie ihm ausgeliefert ist? Oder ist das für sie in Ordnung, ganz normaler Alltag? Was meinen Traummann angeht, er war nach der Lektüre dieses Beitrags über Araber in Zell am See und einem alten, weißen Mann, der seine Frau Fotze nennt, vollkommen derangiert. Nebenbei, nach diesem Ereignis bin ich über sämtliche rote Ampeln nach Hause gefahren. Und es gab derer viele! Worüber ich mich am meisten ärgere? Über mich!! Hat es doch die Drecksau geschafft, wie von ihm wissend beabsichtigt, mich genau mit diesem Wort zu verletzen.